Bezahlbarer Wohnraum ist im Kreis Pinneberg knapp – besonders für Menschen mit gesundheitlichen oder sozialen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Senioren die Kreisverwaltung Pinneberg beauftragt, die Gründung einer kommunalen Wohnungsagentur zu prüfen.
Der Wohnungsmarkt im Kreis Pinneberg steht unter Druck. Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, sozialen Belastungen oder geringem Einkommen finden häufig nur schwer eine passende Wohnung. Die Analysen der Sozialplanung verdeutlichen den Bedarf: Fast ein Drittel der wohnungslosen Menschen im Kreis ist unter 18 Jahre alt. 45 Prozent sind Frauen oder Mädchen. Viele leben in Übergangslösungen – oft ohne langfristige Perspektive.
Gleichzeitig sinkt die Bautätigkeit. 2023 wurden 1.540 Wohnungen fertiggestellt – 110 weniger als im Vorjahr. Inklusive und barrierefreie Wohnformen entstehen kaum.
Um mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen, hat die Kreisverwaltung im Auftrag des Ausschusses ein Konzept erarbeitet. Es bündelt Rechtslage, Finanzierungsmodelle und organisatorische Optionen. Als Orientierung diente das Modell „WohnECK“ in Nordfriesland, das rund 1.000 Menschen in 500 Wohnungen begleitet.
Im Kreis Pinneberg könnte eine kommunale Wohnungsagentur folgende Aufgaben übernehmen:
- Vermittlung von Wohnraum an Menschen mit besonderem Bedarf,
- soziale Begleitung und Konfliktberatung,
- Koordination zwischen Kommune, Trägern und Wohnungswirtschaft,
- frühzeitige Sicherung von Neubauwohnungen.
Das Konzept mit Businessplan liegt dem Ausschuss seit Juni vor. Als nächste Schritte sind Gespräche mit Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Wohnungsunternehmen vorgesehen. Im Anschluss berät der Ausschuss über das weitere Vorgehen.
Unabhängig von einer möglichen Gründung wird sich der Ausschuss weiterhin mit dem Bedarf an barrierefreiem und inklusivem Wohnraum befassen. Die Kreisverwaltung unterstützt diesen Prozess durch fachliche Analysen und die Aufbereitung möglicher Förder- und Kooperationsansätze.
Nach Abschluss der Prüfungen im Ausschuss kann entschieden werden, ob eine kommunale Wohnungsagentur gegründet wird. Im Blick steht dabei eine ausgewogene und nachhaltige Wohnraumentwicklung im Kreis Pinneberg. |